Cadillac führt die Zuverlässigkeitsstudie 2026 an

Cadillac übertrifft Mercedes und BMW in der Zuverlässigkeitsstudie 2026
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Die J.D. Power U.S. Vehicle Dependability Study 2026 zeigt: Cadillac ist mit 175 PP100 zuverlässiger als Mercedes-Benz und BMW. Infotainment und Plug-in-Hybride sind die größten Problembereiche.

Die neuesten Ergebnisse der J.D. Power U.S. Vehicle Dependability Study 2026 haben die Erwartungen im Premiumsegment neu geordnet. Cadillac erzielte 175 Probleme pro 100 Fahrzeuge (PP100) und übertraf damit deutlich den Branchendurchschnitt von 204 PP100. Die Marke liegt somit vor Mercedes-Benz (235 PP100) und BMW (198 PP100).

Die Studie misst die Zuverlässigkeit bei Erstbesitzern von dreijährigen Fahrzeugen – in dieser Ausgabe Modelle des Baujahrs 2023. Insgesamt wurden 33.268 Antworten ausgewertet, die 184 spezifische Problembereiche in neun Hauptkategorien abdecken, vom Antriebsstrang bis zu den Infotainmentsystemen.

Technologiebedingte Probleme dominieren die Ergebnisse. Infotainment ist mit 56,7 PP100 die problematischste Kategorie. Vier der fünf häufigsten Branchenbeschwerden hängen direkt mit der Smartphone-Integration zusammen. Android Auto und Apple CarPlay machen 8,9 PP100 aus, eingebaute Bluetooth-Systeme 5,5, kabellose Ladepads 5,1 und die OEM-Mobilanwendungsverbindung 4,7. Zusammen machen diese Punkte fast die Hälfte aller infotainmentbezogenen Probleme aus.

Over-the-Air-Updates zeigen ein gemischtes Bild. Vierzig Prozent der Besitzer gaben an, im vergangenen Jahr ein Software-Update erhalten zu haben, doch nur 27 Prozent sagten, das Update habe ihr Fahrzeug verbessert, während 58 Prozent keine Veränderung bemerkten. Die Studie verzeichnet auch einen Anstieg der Probleme im Zusammenhang mit OTA-Updates.

Die Kluft vergrößert sich weiter beim Vergleich der Antriebsarten. Plug-in-Hybride verzeichneten mit 281 PP100 die höchste Problemrate, was einen deutlichen Anstieg im Jahresvergleich bedeutet. Batterieelektrische Fahrzeuge folgen mit 237 PP100, traditionelle Hybride mit 213 PP100, während benzinbetriebene Fahrzeuge mit 198 PP100 am besten abschneiden.

Vor diesem Hintergrund wirkt Cadillacs Leistung weniger überraschend. Die Marke setzt weiterhin auf etablierte Plattformen und konventionellere Ingenieursstrategien. Auf Modellbasis sicherte sich General Motors vier Segmentpreise, darunter der Cadillac XT6, der in der Kategorie Upper Midsize Premium SUV am höchsten eingestuft wurde.

Betrachtet man das Gesamtbild, erreichten Premiummarken durchschnittlich 217 PP100, womit sich die Lücke zu Massenmarken auf 17 Punkte vergrößerte. Premiumfahrzeuge übertreffen ihre Massenmarkt-Konkurrenten nur in den Kategorien Antriebsstrang und Sitze, während sie in den meisten anderen Bereichen zurückliegen.

Die Studie von 2026 unterstreicht eine sich wandelnde Realität: Zuverlässigkeit wird heute nicht nur von der Bauqualität, sondern auch von digitaler Komplexität geprägt. Da Automobilhersteller die Hybridisierung und softwaregesteuerte Funktionalität beschleunigen, könnte ein gemäßigterer technologischer Ansatz einen greifbaren Wettbewerbsvorteil bieten.

Allen Garwin

2026, Feb 23 12:12