US-Automarkt im Februar: Verkäufe rückläufig, Elektroanteil sinkt

US-Automarkt im Februar: Rückgang der Neuwagenverkäufe um 3,8%
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US-Neuwagenverkäufe im Februar um 3,8% gesunken. Elektroautos nur noch 6,6% Marktanteil, Hybride steigen auf 13,5%. Preise und Finanzierungskosten nehmen zu.

Der US-Automarkt zeigt sich im Februar in gedämpfter Stimmung. Einer Prognose von J.D. Power und GlobalData zufolge dürften die Neuwagenverkäufe bei 1,183 Millionen Einheiten landen – ein Rückgang von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Einzelhandelsabsatz wird auf 931.400 Fahrzeuge geschätzt, was einem Minus von 4,6 Prozent entspricht. Die Verlangsamung fällt moderat aus, ist aber deutlich genug, um eine Verschiebung der Verbraucherdynamik anzudeuten.

Die auffälligste Veränderung zeigt sich in der Marktmischung. Elektroautos machen aktuell nur noch 6,6 Prozent der Einzelhandelsverkäufe aus, nachdem der Anteil im Jahresvergleich um 1,8 Prozentpunkte gesunken ist. Zum Vergleich: Daten der Internationalen Energieagentur zeigen, dass Elektrofahrzeuge im Jahr 2024 noch über 10 Prozent der US-Verkäufe ausmachten, auch wenn das Wachstum damals bereits nachließ. Hybridfahrzeuge hingegen gewinnen weiter an Boden und erreichen nun 13,5 Prozent des Einzelhandelsabsatzes, während der Anteil von Plug-in-Hybriden auf 1,1 Prozent zurückgegangen ist.

Analysten weisen darauf hin, dass diese Verschiebung mit Anpassungen bei den staatlichen Elektroauto-Förderungen zusammenfällt. Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in den USA nachgelassen hat, nachdem Teile der Bundesförderung ausgelaufen sind. Die Hersteller stützen ihre Verkäufe weiterhin stark mit Rabatten: Die durchschnittlichen Herstelleranreize liegen insgesamt bei 3.293 US-Dollar, steigen für Elektroautos jedoch auf 10.356 US-Dollar, auch wenn dieser Wert niedriger ist als vor einem Jahr.

Die Preise indes klettern weiter nach oben. Der durchschnittliche Transaktionspreis im Einzelhandel ist auf 46.303 US-Dollar gestiegen, ein Plus von 2,7 Prozent im Jahresvergleich. Elektroautos kosten im Schnitt 46.528 US-Dollar, während andere Modelle bei 46.097 US-Dollar liegen – die Differenz fällt damit relativ gering aus. Eine immer wichtigere Rolle bei Kaufentscheidungen spielen jedoch die Finanzierungsbedingungen.

Die durchschnittliche monatliche Rate ist auf 811 US-Dollar gestiegen, und fast 13 Prozent der Käufer entscheiden sich für Kreditlaufzeiten von 84 Monaten oder länger. Längere Finanzierungszeiträume helfen zwar, hohe Listenpreise zu kompensieren, erhöhen aber die Gesamtkreditkosten. Gleichzeitig ist der Anteil von Inzahlungnahmen mit negativem Eigenkapital laut J.D. Power auf 31,5 Prozent gestiegen.

Fahrzeuge verweilen zudem länger auf den Verkaufsflächen der Händler. Die durchschnittliche Verweildauer bis zum Verkauf liegt bei 59 Tagen, während der Anteil der Fahrzeuge, die innerhalb von 10 Tagen verkauft werden, auf 26 Prozent gefallen ist – ein weiteres Zeichen für abkühlende Dynamik.

Im globalen Vergleich wirkt der US-Markt zurückhaltender als einige europäische Pendants. In Deutschland machten vollelektrische Fahrzeuge im Januar 2026 etwa 22 Prozent der Neuzulassungen aus, während China trotz eines saisonalen Einbruchs zu Jahresbeginn weiterhin hohe Absatzzahlen bei Neufahrzeugen mit alternativen Antrieben verzeichnet.

Zusammengenommen deuten die Februar-Daten auf einen Markt im Wandel hin. Hybride festigen ihre Position, das Wachstum von Elektroautos hat angesichts veränderter Förderlandschaften und Preisrealitäten an Schwung verloren, und die Verbraucher werden vorsichtiger. Die Zahlen weisen nicht auf einen dramatischen Einbruch hin, unterstreichen aber den Übergang von einer Phase rascher Expansion zu einer gemäßigteren Entwicklung für die US-Automobilindustrie.

Allen Garwin

2026, Feb 24 23:41