Porsche 911 Cup (992.2) startet mit 520 PS in die neue Saison
Der neue Porsche 911 Cup (992.2) mit 520 PS und Renn-ABS wird 2026 in vier Serien eingesetzt. Erste Tests zeigen schnellere Rundenzeiten und eine Lernkurve für Fahrer.
Porsche hat ein neues Kapitel in seiner Markenpokal-Geschichte aufgeschlagen: Rund 120 Exemplare des neuen 911 Cup (992.2) sind bereits an internationale Teams ausgeliefert worden. Die ersten Einsätze auf der Rennstrecke deuten darauf hin, dass es sich um mehr als nur ein routinemäßiges Update handelt.
Der europäische Auftakt fand auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya statt, wo alle frisch gelieferten Fahrzeuge im gleichen GT Silver Metallic unterwegs waren. Erstmals kamen Teams aus dem Porsche Mobil 1 Supercup und dem Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland zusammen, um den neuen Cup-Boliden unter Wettkampfbedingungen zu testen. An einem ungewöhnlich gut besuchten Testtag bot sich damit ein seltener, weitreichender Ausblick auf ein mögliches Starterfeld im Jahr 2026.
Allein am 2. März absolvierten die Teilnehmer mehr als 2.300 Runden auf der spanischen Formel-1-Strecke. Porsche verweist darauf, dass die schnellste Runde deutlich schneller war als die Pole-Position-Zeit aus dem letzten Supercup-Rennen an dieser Strecke. Das ist ein nützlicher Maßstab, denn es zeigt messbare Leistung und nicht nur subjektive Eindrücke.
Diese Eindrücke sind allerdings kaum zu übersehen. Porsche-Junior Flynt Schuring beschreibt den neuen Wagen als spürbar schneller als seinen Vorgänger. Er betont, dass die zusätzlichen zehn PS und die optimierte Aerodynamik einen größeren Unterschied machen, als die bloße Zahl vermuten lässt. Gleichzeitig weist er auf die Lernkurve hin, die die frühe Saisonform prägen wird: das Bremsen mit ABS.
Dieses Detail ist wichtig, denn der neue 911 Cup verfügt erstmals über ein serienmäßiges Renn-ABS-System sowie ein verbessertes Bremsenpaket. Technisch gesehen hat der 992.2 Cup einen 4,0-Liter-Saugsechszylinder-Boxermotor (3.996 cm³) mit 382 kW (520 PS) und 470 Nm, der bis 8.750 U/min dreht. Dazu kommt ein sequentielles Sechsganggetriebe mit Schaltwippen. Eine 110-Liter-FT3-Sicherheits-Tankzelle unterstreicht den Kundensport-Charakter: wiederholbare Leistung über harte Renntage, aufgebaut auf vorhersehbarem Fahrverhalten.
Die Ausrollung ist bewusst groß angelegt. Porsche gibt an, dass der neue Wagen 2026 in vier Serien antreten wird: im Porsche Mobil 1 Supercup, Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland, Porsche Carrera Cup Asia und Porsche Carrera Cup North America. Erste Erprobungen in Zhuhai und Sebring gingen dem Barcelona-Treffen voraus, sodass der erste große Test in Europa als natürlicher Meilenstein vor Saisonbeginn diente.
Für den Supercup selbst bleibt das Format eng mit der Formel 1 verbunden. Das Starterfeld umfasst erneut 28 Teilnehmer, die ausschließlich im Rahmen des F1-Begleitprogramms antreten. Geplant sind acht Rennen bei sieben europäischen Grands Prix. Die Saison soll Anfang Juni mit dem Großen Preis von Monaco starten, gefolgt von Barcelona, Spielberg, Spa-Francorchamps, Budapest, einem Doppelrennen in Zandvoort und dem Finale in Monza.
Das Starterfeld 2026 rückt auch Porsches Junior-Aufgebot stärker in den Fokus. Neben Schuring – dem amtierenden Supercup-Rookie-Champion, der für das Meisterteam Schumacher CLRT fährt – benennt Porsche Marcus Amand als zweiten Junior. Der 20-jährige Finne steigt nach seinem Sieg im Porsche Carrera Cup France 2025 auf und wird für BWT Lechner Racing antreten.
Wenn die Rundenzeiten aus Barcelona ein verlässlicher Indikator sind, könnte der neue 911 Cup die Wettbewerbsverhältnisse früh verschärfen: mehr absolute Geschwindigkeit und eine ABS-Lernkurve, die möglicherweise schnell diejenigen absetzt, die sich am schnellsten anpassen. Der nächste bedeutende Meilenstein wird der offizielle Supercup-Saisontest Anfang Mai sein – wieder in Barcelona –, wo die Diskussion von ersten Eindrücken zur wiederholbaren Renntauglichkeit übergehen sollte.
Mark Havelin
2026, Mär 06 08:02