Ferrari entfernt Touchpads und setzt wieder auf physische Tasten

Ferrari kehrt zu physischen Lenkradtasten zurück: Neue Nachrüstlösung
Y.Leclercq, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ferrari reagiert auf Besitzerkritik und bietet Nachrüstlösungen mit physischen Tasten für Lenkräder. Erfahren Sie mehr über die neuen Optionen und die Designphilosophie.

Ferrari entfernt sich schrittweise von berührungsempfindlichen Lenkradsteuerungen und kehrt zu klassischen physischen Tasten zurück. Dieser Schritt folgt auf Kritik von Besitzern, die über Bedienprobleme mit kapazitiven Bedienfeldern und gelegentliche unbeabsichtigte Eingaben während der Fahrt berichteten.

Einer der ersten praktischen Schritte zeigt sich bereits im Händlernetz des Herstellers. Einige Ferrari-Händler bieten nun ein neues Lenkrad-Zentralmodul an, das Touchpads durch herkömmliche Knöpfe ersetzt. Wichtig dabei: Es handelt sich nicht um einen kompletten Lenkradtausch. Nur der mittlere Abschnitt wird ausgetauscht, und die Installation erfolgt durch einen Händler, gefolgt von einer kurzen Fahrzeugkalibrierung.

Die Nachrüstlösung ist derzeit für den Ferrari Purosangue und die 12Cilindri-Familie, einschließlich des 12Cilindri Spider, bestellbar. In diesen Fahrzeugen übernehmen physische Tasten wichtige Funktionen wie Telefonsteuerung, Tempomat und Menünavigation. Allerdings entspricht der Aufbau nicht vollständig den neuesten Ferrari-Lenkrädern: Das Start-Stopp-System im Nachrüstmodul bleibt berührungsempfindlich.

Die Einführung dieser Nachrüstlösung zeigt, wie genau Ferrari auf Besitzerfeedback reagiert. Kapazitive Lenkradsteuerungen sollten ursprünglich eine moderne, minimalistische Schnittstelle schaffen und mehr Funktionen auf kompakter Fläche integrieren. In der Praxis fanden jedoch viele Besitzer, dass solche Steuerungen erhöhte Aufmerksamkeit erfordern und von der Straße ablenken können.

Die Veränderung des Unternehmens ist bereits in neueren Modellen sichtbar. Der kürzlich vorgestellte Ferrari Amalfi verfügt über ein neu gestaltetes Lenkrad mit physischen Tasten und die Rückkehr des ikonischen Motorstartknopfes, eines der markanten Interieurelemente der Marke. Das Modell markiert effektiv den Beginn von Ferraris umfassenderer Überarbeitung seiner Fahrzeugschnittstellen.

Gleichzeitig erkundet Ferrari, wie diese Philosophie zukünftige Fahrzeuge prägen wird. Das Interieur des kommenden Elektromodells Luce demonstriert einen anderen Ansatz, der digitale Displays mit mechanischen Bedienelementen kombiniert. Die Kabine integriert Aluminiumschalter und Drehknöpfe für Schlüsselfunktionen, was Fahrern eine intuitivere Bedienung wesentlicher Systeme ermöglicht.

Diese Veränderung spiegelt eine breitere Diskussion in der Automobilindustrie wider. In den letzten Jahren sahen sich touchbasierte Fahrzeugsteuerungen zunehmender Kritik ausgesetzt, und mehrere Hersteller begannen, die Rolle physischer Tasten für wichtige Funktionen neu zu bewerten.

Vor diesem Hintergrund ist Ferraris neue Lenkradkonfiguration mehr als nur ein Zubehör-Update. Sie signalisiert eine umfassendere Entwicklung im Design-Denken, während die Marke nach einem Gleichgewicht zwischen digitaler Technologie und haptischer Interaktion sucht – ein Gleichgewicht, das sich zumindest vorerst wieder in Richtung traditioneller Tasten zu bewegen scheint.

Allen Garwin

2026, Mär 15 10:45