BMW setzt nicht mehr auf Range Extender, konzentriert sich auf neue Elektroarchitektur

BMW Range Extender: Keine Pläne für Rückkehr, Fokus auf Neue Klasse
Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / “Dülmen, Hausdülmen, Sandstraße, BMW i3 -- 2016 -- 1748-54” / CC BY-SA 4.0
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BMW hat keine Pläne, die Range-Extender-Technologie wiederzubeleben. Stattdessen fokussiert das Unternehmen auf die Neue-Klasse-Plattform mit 800-Volt-Bordnetz, schnellem Laden und höherer Reichweite.

BMW hat keine unmittelbaren Pläne, seine Range-Extender-Technologie wiederzubeleben. Bei diesem System dient ein kleiner Verbrennungsmotor als Generator, um die Batterie eines Elektroautos nachzuladen. Die Lösung kam zuletzt im BMW i3 zum Einsatz, doch mit dem Produktionsende dieses Modells verabschiedete sich der Hersteller von dem Konzept.

Im i3 handelte es sich beim Range Extender um einen Zweizylinder-Ottomotor mit 647 cm³ Hubraum. Er war nicht mit dem Antriebsstrang verbunden und trieb die Räder nicht an. Stattdessen erzeugte er ausschließlich Strom für die Batterie. Die Einheit leistete etwa 25 kW und schaltete sich ein, sobald der Ladezustand der Batterie einen bestimmten Wert unterschritt. So konnte die Fahrt fortgesetzt werden, um eine Ladestation zu erreichen. Ursprünglich sollte das Konzept die sogenannte Reichweitenangst früher Elektroautos adressieren.

Laut Joachim Post, dem Leiter der Forschung und Entwicklung bei BMW, bieten moderne Elektrofahrzeuge bereits ausreichend Reichweite, sodass zusätzliche Generatoren überflüssig sind. Daher konzentriert sich das Unternehmen nun auf Verbesserungen der Batterietechnologie und der Ladegeschwindigkeit, anstatt auf Übergangslösungen wie Reichweitenverlängerer zu setzen.

Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die neue Elektroarchitektur mit dem Namen Neue Klasse. Die Plattform nutzt ein 800-Volt-Bordnetz und die sechste Generation der BMW-eDrive-Technologie. Diese Architektur steigert die Ladeleistung und den Wirkungsgrad des Antriebsstrangs erheblich. Sie ermöglicht ultraschnelles Laden mit bis zu 400 kW und setzt auf eine neue Generation zylindrischer Batteriezellen, die eine höhere Energiedichte versprechen.

BMW zufolge werden künftige Fahrzeuge auf dieser Plattform in wenigen Minuten hunderte Kilometer Reichweite nachladen können. In der Praxis könnten etwa zehn Minuten Ladezeit rund 350 Kilometer bringen.

Das erste Serienmodell auf der Neue-Klasse-Plattform wird die nächste Generation des elektrischen Crossover BMW iX3 sein. Das Fahrzeug soll im WLTP-Zyklus eine Reichweite von etwa 800 Kilometern bieten. Die Ladeleistung kann bis zu 400 kW erreichen, während die Batteriekapazität voraussichtlich bei rund 109 kWh liegen wird. In der Allradversion könnte die Systemleistung etwa 345 kW betragen, was eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in rund 4,9 Sekunden ermöglicht.

Obwohl BMW eine baldige Rückkehr der Range-Extender-Technologie ausschließt, hat das Unternehmen das Konzept nicht vollständig verworfen. Solche Systeme könnten in Regionen mit begrenzter Ladeinfrastruktur noch nützlich sein. Sollte die Technologie doch wiederkehren, könnte sie beispielsweise in größeren Fahrzeugen wie dem BMW X5 oder X7 zum Einsatz kommen.

Gleichzeitig erforscht BMW weiterhin alternative Antriebstechnologien. Der Hersteller entwickelt Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge, darunter den in Kooperation mit Toyota entstandenen Prototyp BMW iX5 Hydrogen. Diese Projekte werden als ergänzender Weg neben vollelektrischen Fahrzeugen untersucht.

Die Strategie von BMW konzentriert sich daher zunehmend auf vollelektrische Plattformen mit größerer Reichweite und deutlich schnellerem Laden. Wenn die von der Neue-Klasse-Architektur versprochenen Leistungsziele in realen Serienmodellen umgesetzt werden, dürfte die Notwendigkeit von Reichweitenverlängerern allmählich entfallen.

Allen Garwin

2026, Mär 16 18:12