IONNA erreicht Meilenstein mit über 100 Ladestandorten in den USA

IONNA: 100 Ladestandorte erreicht - Schnellladenetz wächst in den USA
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IONNA, das Joint Venture von acht Automobilherstellern, hat in zwei Jahren über 100 Ladestandorte und fast 1.000 Ladepunkte erreicht. Das Netz bietet ultraschnelles Laden bis 400 kW, CCS und NACS, sowie neue Features wie kassenlose Stores.

IONNA hat in nur zwei Jahren mehr als 100 aktive Ladestandorte und fast 1.000 Ladepunkte erreicht – ein Meilenstein, der für einen neuen Anbieter im Markt für E‑Auto‑Infrastruktur bis vor Kurzem noch ambitioniert erschien. Das Joint Venture von acht Automobilherstellern baut sein Netz nicht nur aus, sondern verändert zugleich, wie öffentliches Laden organisiert wird.

Der Ausbau schreitet zügig voran. Bundesweit sind bereits mehr als 4.700 Ladepunkte vertraglich gesichert, davon befinden sich etwa 1.500 im Bau oder in der Endphase. Allein 2026 wurden 212 neue Ladepunkte in Betrieb genommen, unterstützt von großen Energieversorgern wie PG&E, PSE&G und NV Energy. Deren Beteiligung erweist sich als entscheidend, denn die Geschwindigkeit des Netzanschlusses beeinflusst direkt, wie schnell neue Standorte live gehen können.

Das Netz setzt auf ultraschnelles Laden. Die Stationen unterstützen bis zu 400 kW, wobei einzelne Säulen zwei Fahrzeuge gleichzeitig versorgen können. Sowohl CCS als auch NACS sind verfügbar, was die Kompatibilität mit einer breiten Palette elektrischer Fahrzeuge einschließlich Tesla sicherstellt. Dieser Zwei‑Standard‑Ansatz spiegelt IONNAs Ziel wider, ein offenes, markenübergreifendes Ladeökosystem aufzubauen – kein geschlossenes Netz.

Über die Hardware hinaus entwickelt IONNA vollwertige „Rechargeries“, die Laden mit Annehmlichkeiten vor Ort verbinden. Zu den neuesten Features gehören kassenlose Convenience‑Stores, die auf Amazon’s Just Walk Out‑Technologie basieren: Einkäufe werden automatisch erfasst und beim Verlassen abgerechnet. Ein solcher Standort ist bereits in Betrieb, ein weiterer in Dallas ist geplant.

Das Unternehmen führt auch neue Preis‑ und Vorteilsstrukturen ein. Ein bestätigtes Beispiel ist ein Rabattprogramm für Fahrer von General‑Motors‑Fahrzeugen, das 10 % Ermäßigung bietet, wenn über Marken‑Apps oder per Plug & Charge geladen wird. Grundsätzlich plant IONNA eine Mischung aus Basisrabatten, fahrzeuggebundenen Lade‑Guthaben, Abo‑Optionen, Treueprämien und vorausbezahlten Energiepaketen. Damit will es das Laden stärker in die herstellereigenen Ökosysteme einbetten.

Geografisch expandiert das Netz entlang wichtiger Reiserouten in den USA. Neu hinzugekommen sind Standorte in Georgia und Colorado, weitere Projekte laufen in Texas. Partnerschaften mit Einzelhandelsketten wie Sheetz und Wawa platzieren die Ladestationen zudem an vertrauten Raststätten – ein Vorteil sowohl für den Stadtverkehr als auch für Langstrecken.

Dieses Wachstum vollzieht sich in einem dynamischen Markt. Die USA verfügen mittlerweile über Hunderttausende öffentliche Ladepunkte, gefördert durch Initiativen wie das NEVI‑Programm. Etablierte Netze wie Tesla Supercharger und Electrify America liegen zwar weiterhin vorn, was die Größe angeht. IONNAs Strategie konzentriert sich dagegen auf Integration, Flexibilität und Nutzererfahrung über mehrere Automarken hinweg.

Zum zweiten Jubiläum verzeichnete das Netz eine hohe Auslastung: An einem einzigen Tag wurden über 100 MWh Energie abgegeben, und an mehr als 25 Standorten fanden Veranstaltungen statt. Als Anreiz für neue Nutzer startet jeder in diesem Jahr eröffnete Standort in der ersten Woche mit einem Einführungspreis von 0,20 US‑Dollar pro kWh.

Für die Zukunft peilt IONNA den Ausbau auf rund 30.000 Ladepunkte bis 2030 an. Das Tempo der Expansion legt nahe, dass der Erfolg nicht nur vom Infrastrukturausbau abhängen wird, sondern auch davon, Technologie, Zugänglichkeit und Alltagstauglichkeit für die Fahrer im Gleichgewicht zu halten.

Mark Havelin

2026, Mär 17 15:37