Bentley verzeichnet 7. profitables Jahr und treibt Elektro-Umbau voran
Bentley meldet 216 Mio. Euro Gewinn trotz Rückgang der Auslieferungen. Die Marke setzt auf Exklusivität und Elektrifizierung mit der Beyond100+-Strategie.
Bentley verzeichnet das siebte profitable Jahr in Folge, obwohl die Auslieferungen zurückgingen und externe Herausforderungen zunahmen. Gleichzeitig treibt das Unternehmen den Umbau seines Werks in Crewe für die elektrische Zukunft voran.
Für das Jahr 2025 meldet Bentley einen operativen Gewinn von 216 Millionen Euro bei einem Umsatz von 2,6 Milliarden Euro. Die Auslieferungen sanken um 5 Prozent, was vor allem auf eine nachlassende Nachfrage in wichtigen Märkten wie China zurückzuführen ist. Der Umsatz ging hingegen nur um 1 Prozent zurück – ein Zeichen für stabile Preise und eine Verschiebung hin zu höherwertigen Modellen und individuellen Konfigurationen.
Diese Wende von Volumen zu Wert ist zum Kern der Bentley-Strategie geworden. Eine gestiegene Nachfrage nach Derivaten mit höheren Margen und personalisierten Mulliner-Inhalten half, die geringeren Absatzzahlen auszugleichen. Das Ergebnis unterstreicht den Fokus der Marke auf Profitabilität durch Exklusivität statt durch Masse.
Der Bentayga blieb das meistverkaufte Modell von Bentley, wobei der Bentayga Speed die Position des SUV auf den globalen Märkten festigte. Zugleich zeigen der neue Continental GT und die Flying Spur, beide mit Hybrid-V8-Antrieben, den allmählichen Übergang zur Elektrifizierung an. Der neu eingeführte Supersports unterstrich zudem die Leistungsambitionen – das Modell war bereits vor den ersten Auslieferungen vollständig vergeben.
Die Finanzergebnisse wurden von mehreren externen Faktoren beeinflusst, darunter Wechselkurseffekte, US-Zölle und Kosten im Zusammenhang mit der Entscheidung des Volkswagen-Konzerns, eine D-Segment-Plattform einzustellen. Trotzdem blieb Bentley profitabel und finanzierte sein Investitionsprogramm weiterhin aus eigener Kraft.
Diese Investitionen konzentrieren sich auf die Beyond100+-Strategie, die bis 2035 eine komplett elektrische Modellpalette anstrebt. Das erste vollelektrische Bentley-Modell wird für 2026 erwartet, mit jährlichen Neuheiten elektrifizierter Modelle danach.
In Crewe schreitet der Wandel gut voran. Die Umrüstung des historischen A1-Gebäudes in eine künftige Montagelinie für vollelektrische Fahrzeuge steht kurz vor dem Abschluss, während ein neues Designzentrum bereits eröffnet wurde. Eine Lackiererei der nächsten Generation soll folgen und erweiterte Personalisierungsmöglichkeiten bieten. Parallel dazu unterstützt das Excellence Centre for Quality & Launch die Vorbereitung auf die kommenden Elektromodelle.
Im Zuge dieses Übergangs prüft Bentley auch seine Organisationsstruktur, wovon bis zu 275 Stellen betroffen sein könnten, vor allem außerhalb der Fertigung. Diese Anpassungen zielen darauf ab, die Effizienz vor der nächsten Phase der Produkt- und Technologieentwicklung zu steigern.
Mit einer soliden finanziellen Basis und fortgesetzten Investitionen in die Elektrifizierung tritt Bentley in eine neue Phase ein, in der die Profitabilität weniger vom Volumen abhängt, sondern mehr davon, hohe Margen zu halten und sich an die veränderte globale Nachfrage anzupassen.
Mark Havelin
2026, Mär 17 22:48