McLaren beschleunigt Ingenieursprozesse mit KI-Plattform
McLaren nutzt eine KI-Plattform mit NVIDIA und Rescale, um Entwicklungszeiten zu verkürzen und Designvarianten in Stunden zu bewerten. Erfahren Sie mehr über diese Innovation.
McLaren kündigt einen Wechsel zu einem Ingenieursmodell an, bei dem sich jahrelange Entwicklungsarbeit in Stunden komprimieren lässt. Möglich wird dies durch eine Ende-zu-Ende-KI-Plattform, die mit Rescale entwickelt und von NVIDIA unterstützt wird und so die Entstehung neuer Fahrzeuge beschleunigt.
Der Wandel basiert auf dem Einsatz agentenbasierter KI über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Die Plattform verbindet computergestützte Konstruktion, Systementwicklung und Design in einer einzigen digitalen Umgebung, die ausschließlich mit internen McLaren-Daten trainiert wurde. Dadurch kann sie Erkenntnisse kontinuierlich verfeinern, während gleichzeitig die Ingenieursstandards und Performance-Eigenschaften des Unternehmens gewahrt bleiben.
Der unmittelbare Effekt ist Geschwindigkeit. KI-Physikmodelle und Surrogatmodelle verkürzen Simulationszeiten erheblich, sodass Ingenieure innerhalb weniger Stunden Tausende von Designvarianten bewerten können. Prozesse wie die Vorhersage der Performance von Carbonfaser-Komponenten lassen sich nun nahezu in Echtzeit abwickeln. Gleichzeitig automatisieren Engineering-Agenten repetitive Aufgaben und steigern so die Produktivität.
NVIDIA beschreibt diesen Wandel als Übergang von traditioneller Berechnung zu KI-beschleunigter Simulation, bei der komplexe Ingenieursberechnungen nicht mehr durch klassische Modellierungsgrenzen eingeschränkt sind. Die zugrundeliegende Technologie umfasst PhysicsNeMo, ein Framework zur Entwicklung physikbasierter KI-Modelle, die schnelle, datengetriebene Vorhersagen liefern können.
In der gesamten Automobilindustrie kommt KI bereits in Produktion und Entwicklung zum Einsatz – von KI-gestützter Qualitätskontrolle bei BMW über digitale Fabrik-Zwillinge bei Mercedes-Benz bis hin zu großflächigem KI-Einsatz in der Audi-Fertigung. Was den Ansatz von McLaren auszeichnet, ist der Fokus auf die Integration von KI über den gesamten Ingenieurslebenszyklus hinweg, statt auf isolierte Anwendungsfälle.
Die Rolle von Rescale geht über reine Rechenleistung hinaus. Dessen Plattform wird in der Automobilentwicklung für Aerodynamik, Effizienzanalysen und Crashtests genutzt und ist bereits bei mehreren großen Herstellern im Einsatz. Im Fall von McLaren unterstützt sie zudem die Erstellung von Engineering-Wissensgraphen, die vergangene Erkenntnisse erfassen und künftige Designentscheidungen lenken helfen.
Das Unternehmen präsentiert das System auf der NVIDIA GTC 2026, einer bedeutenden globalen KI-Konferenz mit Schwerpunkten wie agentenbasierter KI, physischer KI und fortschrittlicher Simulation. Die Vorstellung des Projekts dort unterstreicht, dass es sich um eine umfassende Transformation des Engineerings handelt, nicht nur um ein einzelnes technisches Upgrade.
Dieser Ansatz verändert die Fahrzeugentwicklung grundlegend: Schnellere Simulationen, breitere Designexploration und automatisierte Arbeitsabläufe verkürzen die Zeit von der Konzeptphase bis zum fertigen Produkt – bei gleichzeitiger Kontrolle über proprietäre Daten und das Ingenieurswissen des Unternehmens.
Mark Havelin
2026, Mär 19 06:27