Die Voiturette A – Laurin & Klements erstes Automobil von 1905
Die Voiturette A, das erste Auto von Laurin & Klement, startete 1905 die Autoproduktion in Mladá Boleslav. Erfahren Sie mehr über Technik, Geschichte und Bedeutung.
Die Voiturette A, das erste Automobil von Laurin & Klement, war mehr als nur ein frühes technisches Experiment – sie markierte den Beginn der Autoproduktion in Mladá Boleslav, eine Tradition, die bis heute andauert. Im Jahr 1905 eingeführt, setzte dieses kompakte Fahrzeug mit einem Zweizylinder-7-PS-Motor die Richtung für die künftige Entwicklung der Marke.
Ihre Einführung folgte einer klaren Evolution: vom Fahrrad über Motorräder hin zum Automobil. Als die Voiturette A debütierte, hatte Laurin & Klement bereits Erfahrung mit Motoren gesammelt, was den Bau eines voll funktionsfähigen Autos statt eines Prototyps ermöglichte. Das Modell etablierte das Unternehmen als Automobilhersteller und positionierte es im Markt der österreichisch-ungarischen Monarchie.
Der Betrieb eines solchen Autos erforderte jedoch deutlich mehr Aufwand, als heutige Fahrer erwarten würden. Das Starten des Motors umfasste eine Reihe manueller Schritte: Öffnen des Kraftstoffventils, manuelles Pumpen von Öl zu den Motorlagern, Vorbeugen am Auto, um das Auslassventil mit einem Dekompressor zu lösen, und schließlich das Drehen der Kurbel zum Motorstart. Vor der Zündung musste der Fahrer zudem über einen Hebel am Lenkrad die Vergaserverbindung einstellen, um die Motordrehzahl zu stabilisieren.
Die Fahrzeugsteuerung unterschied sich ebenfalls deutlich von heutigen Standards. Zwei Hebel befanden sich rechts vom Fahrer – einer für den Gangwechsel und der andere für die Handbremse an den Hinterrädern. Die Pedale bedienten Kupplung und Bremsen, während die Beschleunigung über einen Hebel am Lenkrad geregelt wurde. Trotz ihrer Einfachheit konnte das Auto Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h erreichen, was den Erwartungen ihrer Zeit entsprach.
Die Konstruktion des Fahrzeugs spiegelte frühe automobiltechnische Prinzipien wider: ein Leiterrahmen, Starrachsen und Blattfederaufhängung. Sein etwa 1005 cm³ großer Motor war mit einem Dreiganggetriebe gekoppelt, und das Auto wog rund eine halbe Tonne, wobei die Antriebskraft an die Hinterräder ging.
Mit einem Preis von etwa 3.600 Kronen war die Voiturette A für den Durchschnittsarbeiter, dessen Tagesverdienst bei rund 2 Kronen lag, nicht erschwinglich. Dennoch erzielte das Modell kommerziellen Erfolg, mit mindestens 44 verkauften Einheiten im gesamten österreichisch-ungarischen Reich.
Dieser Erfolg festigte die Position von Laurin & Klement auf dem Markt. Innerhalb weniger Jahre wurde das Unternehmen zu einem führenden Hersteller in seiner Klasse, und bis 1908 stammte ein bedeutender Anteil der Voiturette-Klasse in der Region aus Mladá Boleslav. Das Wachstum des Unternehmens führte schließlich 1925 zur Integration in Škoda, was die Grundlage für die moderne Marke bildete.
In diesem Zusammenhang steht die Voiturette A nicht nur als historisches Artefakt da, sondern als entscheidender Schritt – von der Kleinserienproduktion hin zu einer dauerhaften Automobilindustrie, die seit mehr als einem Jahrhundert besteht.
Mark Havelin
2026, Mär 21 20:44