Volvo Cars führt mit Software-defined Vehicle und OTA-Updates
Volvo Cars erreicht Stufe 5 im Software-defined-Vehicle-Ranking und bietet kontinuierliche Updates für Sicherheit, Reichweite und mehr. Erfahren Sie mehr.
Volvo Cars hat als einziger etablierter Automobilhersteller die höchste Stufe 5 im Software-defined-Vehicle-Ranking von S&P Global Mobility erreicht. Diese Auszeichnung steht für volle Bereitschaft für kontinuierliche Software-Updates und Weiterentwicklung nach dem Kauf.
Dieser Status spiegelt einen Wandel hin zu einer Architektur wider, in der das Auto kein statisches Produkt mehr ist. Laut Volvo können nahezu alle Funktionen während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs durch Over-the-Air-Updates verbessert werden. Das betrifft nicht nur die Unterhaltungselektronik, sondern auch Sicherheitssysteme, Ladeleistung, Reichweite und die Gesamtfunktionalität.
Im Zentrum dieses Übergangs steht das hauseigene System HuginCore. Es vereint elektrische Architektur, ein zentrales Computersystem, Zonencontroller und Software zu einer einheitlichen Plattform. Dieses System bildet die Basis für neue Modelle wie den EX90, ES90 und EX60 und ermöglicht skalierbare Verbesserungen über mehrere Fahrzeuge hinweg.
Der Ansatz zeigt sich bereits im praktischen Einsatz. Volvo rollt kontinuierlich OTA-Updates aus, die sowohl das Nutzererlebnis als auch Kernfunktionen des Fahrzeugs betreffen. Anfang März kündigte das Unternehmen sein bisher größtes Software-Update an, das die neue Volvo Car UX-Oberfläche an rund 2,5 Millionen Fahrzeuge in 85 Ländern liefert. Zu den Updates zählen auch Verbesserungen der Sicherheitssysteme, neue Parkassistent-Funktionen, Aufrüstungen der Infotainment-Systeme und eine gesteigerte Rechenleistung.
Beim EX90 führte Volvo ein verbessertes Kerncomputersystem ein, das auf zwei NVIDIA DRIVE AGX Orin-Prozessoren basiert und bis zu 500 Billionen Operationen pro Sekunde erreicht. Diese erhöhte Kapazität unterstützt die Weiterentwicklung von Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen durch Daten, Software und künstliche Intelligenz.
Für Nutzer bedeutet dies, dass sich das Auto nach dem Kauf weiterentwickelt. Software-Updates können das Batteriemanagement und die Ladeeffizienz beeinflussen. Der auf einer 800-Volt-Architektur basierende ES90 soll in 10 Minuten Ladezeit bis zu 300 km Reichweite hinzugewinnen, während der aktualisierte EX90 im gleichen Zeitraum bis zu 250 km schafft. Diese Verbesserungen hängen nicht nur von der Hardware ab, sondern auch von der softwaregesteuerten Regelung der Energiesysteme.
Volvo verbindet den softwaredefinierten Ansatz direkt mit Sicherheit. Das Unternehmen gibt an, dass es nun Daten aus dem realen Fahrbetrieb schneller in Erkenntnisse umwandeln kann, um künftige Sicherheits- und Assistenzsysteme zu verbessern. Die Fahrzeuge analysieren kontinuierlich ihre Umgebung und tragen zu einem gemeinsamen Datenpool bei, der die laufende Entwicklung unterstützt.
Dieser Wandel wird durch erhebliche Investitionen in die Softwareentwicklung gestützt. Volvo hat ein großes Software-Testzentrum in Göteborg eröffnet, das etwa 22.000 Quadratmeter umfasst, und baut sein Netzwerk von Technologiezentren in Europa und Asien weiter aus. Diese Einrichtungen ermöglichen eine schnellere Entwicklung, Prüfung und Bereitstellung neuer Funktionen.
Die Level-5-Bewertung von S&P Global Mobility spiegelt nicht eine einzelne Technologie wider, sondern einen umfassenderen architektonischen Wandel. Volvo positioniert seine Fahrzeuge als Teil einer sich kontinuierlich entwickelnden digitalen Plattform – ein Ansatz, den laut S&P bisher nur eine begrenzte Anzahl von Automobilherstellern erreicht hat.
Mark Havelin
2026, Mär 22 09:16