Opels Motorsportgeschichte: Vom Bergrennen 1901 zur Formel E

Opel Motorsport: Von 1901 bis zur Formel E - Geschichte und Zukunft
stellantis.com

Entdecken Sie Opels Motorsportgeschichte von 1901 bis heute, inklusive Siegen, Rallye-WM-Titeln und dem Einstieg in die Formel E ab 2026/27.

Vor 125 Jahren, am 31. März 1901, gewann Heinrich Opel die Bergfahrt auf den Königstuhl – ein Ereignis, das den Startpunkt der gesamten Motorsportgeschichte der Marke markiert und heute direkt mit ihrer Zukunft in der Formel E verbunden ist.

Das Rennen bei Heidelberg war mehr als nur ein lokaler Wettbewerb. Die 4,5 Kilometer lange Strecke mit 450 Höhenmetern und Steigungen von bis zu 16 Prozent stellte sowohl die Technik als auch die Ausdauer auf die Probe. Opel ging pragmatisch vor: Das Auto wurde von unnötigen Teilen befreit, um Gewicht zu sparen, während improvisierte Elemente wie Leder-Seitenteile den Luftwiderstand verringerten. Heinrich Opel bewältigte die Auffahrt in 23 Minuten und ließ seine Konkurrenten hinter sich. Bemerkenswert ist auch, dass er mit demselben Fahrzeug zur Veranstaltung und zurück fuhr – rund 180 Kilometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 km/h, eine beeindruckende Leistung für die damalige Zeit.

Dieser Erfolg blieb kein Einzelfall. 1902 wiederholte Opel den Sieg am Königstuhl, diesmal mit einem Opel-Darracq, was auf einen technischen Schub durch die Kooperation mit dem französischen Hersteller Alexandre Darracq zurückzuführen ist. Bis 1921 hatte die Marke eine andere Leistungsklasse erreicht: Fritz von Opel gewann eines der Eröffnungsrennen auf der Berliner AVUS, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 128 km/h – eine beachtliche Leistung für jene Epoche.

In den folgenden Jahrzehnten etablierte sich Opel auf der internationalen Motorsportbühne. 1982 sicherten sich Walter Röhrl und Christian Geistdörfer den Weltmeistertitel in der Rallye-Weltmeisterschaft mit einem Opel Ascona 400, und das bemerkenswerterweise mit einem Hinterradantrieb in einer Zeit, die von Allradfahrzeugen dominiert wurde. 1996 gewann Manuel Reuter die Internationale Tourenwagen-Meisterschaft im Calibra V6 4x4, während die Marke in den Folgejahren weiterhin im Langstrecken- und Rundstreckenrennsport aktiv blieb.

Heute wandelt sich dieses Erbe in eine elektrische Dimension. Seit 2021 betreibt Opel den ADAC Opel e-Rally Cup – die weltweit erste elektrische Rallye-Einheitsklasse – mit dem Corsa Rally Electric, der über eine 50-kWh-Batterie und 100 kW Leistung verfügt. Ab 2026 wird er durch den leistungsstärkeren Mokka GSE Rally ersetzt, der bis zu 280 PS liefert und unter den neuen FIA-eRally5-Regularien entwickelt wurde.

Der nächste Schritt ist der Einstieg in die ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft ab der Saison 2026/27. Opel gründet ein Werksteam und steigt in die GEN4-Ära ein, in der die Fahrzeuge voraussichtlich bis zu 600 kW erreichen und Allradantrieb nutzen werden. Dieser Schritt folgt einer klaren Linie – von frühen Experimenten mit leichten Maschinen auf Bergstraßen bis hin zu hochleistungsfähigem Elektrorennsport auf globalem Niveau.

Was als einzelner Sieg auf einer schmalen Straße zum Königstuhl begann, hat sich zu einer langfristigen Ausrichtung der Marke entwickelt – die heute vollständig durch elektrischen Motorsport definiert ist.

Mark Havelin

2026, Mär 28 20:11