Porsche 935: Fünf legendäre Versionen im Überblick

Porsche 935: Fünf legendäre Versionen in einer Serie
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Entdecken Sie fünf Schlüsselversionen des Porsche 935 in einer Serie. Erfahren Sie mehr über die Evolution des Rennwagens und seine Erfolge im Motorsport.

Porsche hat erstmals fünf Schlüsselversionen der legendären 935 zusammengebracht – ein Rennwagen, der nicht nur eine Ära definierte, sondern auch die Dominanz der Marke im globalen Motorsport festigte. Der Anlass markiert 50 Jahre seit der Homologation des Modells und fällt mit dem Jubiläum "75 Jahre Porsche Motorsport" zusammen.

Im Mittelpunkt steht die Serie "Porsche Heritage Moments" – fünf Episoden, in denen Le-Mans-Sieger Timo Bernhard und Ingenieur Norbert Singer die Evolution des Wagens detailliert erkunden. Erstmals werden die Original-935 von 1976, die 935/77, die radikale 935/78 "Moby Dick", die leichte 935 "Baby" und ein früher Testprototyp in einer einzigen Erzählung präsentiert.

Dieses Format verdeutlicht, wie Porsche innerhalb der Gruppe-5-Regularien arbeitete, die umfangreiche Modifikationen erlaubten, während eine Verbindung zu einem seriennahen Modell – in diesem Fall dem Porsche 911 – beibehalten wurde. Diese Flexibilität ebnete den Weg für bedeutende Fortschritte in Aerodynamik, Konstruktion und Motor, was die Wettbewerbsfähigkeit des Fahrzeugs prägte.

Porsche 935/78 «Moby Dick»
Porsche 935/78 «Moby Dick» / porsche.com

Die Ergebnisse waren beachtlich. Die Porsche 935 sicherte sich vier aufeinanderfolgende Titel in der Weltmeisterschaft für Marken, dominierte den Langstreckensport und spielte eine zentrale Rolle in einem der bemerkenswertesten Ergebnisse von Le Mans: 1979 belegten 935-Varianten das gesamte Podium, wobei eine kundeneingesetzte 935 K3 den Gesamtsieg errang. Bis in die frühen 1980er-Jahre erzielte das Modell zudem zehn Klassensiege und einen Gesamtsieg in Le Mans.

Jede in der Serie vorgestellte Version repräsentiert eine eigene Entwicklungsstufe. Die ursprüngliche 935, angetrieben von einem turbogeladenen Sechszylinder-Boxer mit etwa 600 PS, legte die Grundlage. Die 935/77 führte die Biturbo-Aufladung ein und verbesserte Leistungsabgabe und Fahrbarkeit. Im Gegensatz dazu verfolgte die 935 "Baby" extreme Gewichtsreduktion – bei 735 kg mit einem 1,4-Liter-Motor –, was Erfolge in der niedrigeren Hubraumklasse ermöglichte.

Den Höhepunkt bildete die 935/78 "Moby Dick", die radikalste Interpretation des Konzepts. Mit bis zu 845 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 366 km/h trieb sie die Grenzen der Gruppe-5-Regularien voran. Sie brachte auch technische Lösungen wie wassergekühlte Zylinderköpfe mit sich, was den fortlaufenden Ingenieursfortschritt widerspiegelte.

Ebenso bedeutend ist die Rolle von Norbert Singer im Projekt. Seine Arbeit umfasst Porsches erfolgreichste Rennwagen, darunter die 935, 956 und 962, mit einer direkten Verbindung zu den Le-Mans-Siegen der Marke über Jahrzehnte. Seine Einblicke in der Serie bieten einen näheren Blick darauf, wie Ingenieursentscheidungen getroffen wurden und wie diese Fahrzeuge sich entwickelten.

Zusammen betrachtet offenbaren diese fünf Versionen mehr als einzelne Maschinen – sie zeigen einen kontinuierlichen Prozess rascher und teils radikaler Entwicklung. Dieser Ansatz half Porsche, in den 1970er-Jahren einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu sichern und etablierte die 935 als einen der bedeutendsten Rennwagen in der Motorsportgeschichte.

Mark Havelin

2026, Mär 30 21:13