Der neue Audi RS 5 mit elektromechanischer Drehmomentverteilung
Der Audi RS 5 führt eine elektromechanische Drehmomentverteilung ein, kombiniert mit einem Plug-in-Hybridantrieb für 639 PS. Erfahren Sie mehr über die Innovationen.
Der neue Audi RS 5 führt eine elektromechanische Drehmomentverteilung an der Hinterachse ein, die bis zu 2.000 Nm in nur 15 Millisekunden umverteilen kann. Damit vollzieht sich ein Wandel von traditionellen mechanischen Lösungen hin zu einem System, das die Fahrzeugdynamik aktiv elektronisch steuert.
Im Kern steht ein leistungsstarker Plug-in-Hybridantrieb. Ein 2,9-Liter-V6 leistet 510 PS, und zusammen mit einem Elektromotor erreicht das System 639 PS und 825 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert 3,6 Sekunden, während eine 25,9-kWh-Batterie eine elektrische Reichweite von bis zu 83 km (WLTP) ermöglicht. In Performance-Modi hält das System einen hohen Ladezustand, um eine konstante dynamische Reaktion zu gewährleisten.
Die entscheidende Innovation liegt im neuen Hinterachsgetriebe. Ein separater Hochspannungs-Elektromotor (8 kW, 40 Nm) dient als Aktor und steuert die Drehmomentverteilung zwischen den Hinterrädern. Im Gegensatz zu früheren Systemen – vom Sportdifferential bis zum RS Torque Splitter – arbeitet diese Lösung unabhängig von der Motorlast und bleibt auch beim Ausrollen oder Bremsen aktiv.
In der Praxis ermöglicht dies dem System, die Fahrzeugbalance kontinuierlich anzupassen. Es kann das Drehmoment am inneren Rad erhöhen, um Übersteuern entgegenzuwirken, oder mehr Leistung auf das äußere Rad lenken, um die Stabilität zu verbessern. Audi betont, dass diese Anpassungen in Echtzeit erfolgen und so ein präzises und vorhersehbares Handling selbst an den Grenzen erhalten bleibt.
Dieser Ansatz ist eng mit Audis breiterem Schritt hin zu zentralisierten Fahrzeugelektroniken verbunden. Die HCP1 (High-Performance Computing Platform) koordiniert Antriebsstrang, Fahrwerk und Drehmomentverteilung, verarbeitet Daten von Fahrzeug, Umgebung und Fahrereingaben und sorgt so für ein nahtloses Systemzusammenspiel.
Der Kontext verdeutlicht das Ausmaß dieser Veränderung. Der bisherige RS 5 setzte auf einen konventionellen Biturbo-V6 mit 450 PS und keinem Hybridsystem. Das neue Modell fügt nicht nur Elektrifizierung hinzu, sondern führt auch eine grundlegend andere Art der Dynamiksteuerung ein. Konkurrenten bewegen sich in ähnliche Richtungen: Mercedes-AMG setzt bereits im C63 auf eine Plug-in-Hybridarchitektur, während BMW weiterhin auf leistungsstarke Verbrennerkonzepte mit elektronischen Differentialen setzt.
In dieser Landschaft sticht der RS 5 als technologischer Schritt nach vorn hervor. Er kombiniert Hybridleistung mit einem neuen Drehmomentsteuerungssystem, das frühere mechanische Lösungen effektiv ersetzt. Audi positioniert dies als Teil der fortlaufenden Entwicklung von quattro – von einem rein mechanischen Allradantriebssystem hin zu einem in eine digitale Steuerarchitektur integrierten Konzept.
Basierend auf Design und Spezifikationen deuten Systeme wie dieses auf einen breiteren Wandel in der Performance-Technik hin, bei dem elektromechanische Lösungen schnellere und präzisere Reaktionen liefern als traditionelle Komponenten. Der neue RS 5 repräsentiert die erste Serienanwendung dieses Konzepts von Audi Sport.
Mark Havelin
2026, Apr 01 03:24